Deutschlands Evaluierung des GlüStV 2021 nimmt Fahrt auf vor der Frist Ende 2026
Geschrieben von Lars Schwarz · 16.8.2026

Deutschlands Evaluierung des GlüStV 2021 nimmt Fahrt auf vor der Frist Ende 2026

Die Bundesländer und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führen derzeit eine formelle Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 durch, wobei der 31. Dezember 2026 als entscheidender Stichtag im Blick bleibt, während sich Bedenken über die restriktiven Vorgaben für Online-Casino-Spiele wie virtuelles oder Live-Baccarat häufen und die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes unter Druck gerät.
Ausgangslage der Überprüfung
Experten aus den 16 Bundesländern arbeiten gemeinsam mit der GGL an der Bewertung, die sich auf Daten stützt, welche eine Kanalisierungsquote von rund 77 Prozent zeigen, sodass fast ein Viertel aller Wetten auf unregulierte Offshore-Plattformen abfließt, und diese Zahlen werden bei der Analyse von Einsatzlimits, Einzahlungsobergrenzen sowie Steuermodellen herangezogen.
Die Überprüfung startete bereits im Frühsommer 2026 und gewinnt bis August 2026 an Tempo, weil Vertreter der Branche sowie Aufsichtsbehörden auf Anpassungen drängen, die den legalen Markt stärken sollen, ohne die Schutzziele des Vertrags zu unterlaufen.
Regulatorische Rahmenbedingungen und Beteiligte
Die GGL übernimmt die zentrale Koordination, während die Landesregierungen über Änderungen abstimmen müssen, und Branchenverbände liefern Stellungnahmen, die auf die aktuelle Marktlage eingehen, wo restriktive Regeln für Tischspiele wie Baccarat als virtuelle oder Live-Variante zu einer Verlagerung von Wetteinsätzen führen.
Beobachter notieren, dass die Einbindung der 16 Bundesländer den Prozess komplex gestaltet, da unterschiedliche Interessen bei der Ausgestaltung von Limits und Steuern aufeinandertreffen, während die GGL technische und rechtliche Aspekte prüft.
Auswirkungen auf Online-Casino-Angebote
Restriktive Vorgaben für Spiele wie Baccarat haben dazu geführt, dass Anbieter im regulierten Segment mit begrenzten Einsatzmöglichkeiten und strengen Einzahlungscaps arbeiten, was laut aktuellen Statistiken die Attraktivität mindert und einen Teil der Spieler zu Offshore-Angeboten lenkt, wo solche Beschränkungen nicht gelten.

Die Evaluierung betrachtet gezielt, ob Anpassungen bei Stake-Limits oder Deposit-Caps die Kanalisierung verbessern könnten, ohne die verbraucherschützenden Elemente des GlüStV 2021 zu schwächen, und Steuermodelle stehen ebenfalls auf dem Prüfstand, da sie die Wettbewerbssituation beeinflussen.
Daten zur Kanalisierung und Marktentwicklung
Neueste Erhebungen, die hier verfügbar sind, beziffern die Kanalisierungsrate auf etwa 77 Prozent, was bedeutet, dass ein signifikanter Anteil der Aktivitäten außerhalb der lizenzierten Plattformen stattfindet, und diese Entwicklung gibt Anlass, bestehende Regelungen zu hinterfragen.
Branchenvertreter berichten, dass die Offshore-Plattformen durch flexiblere Bedingungen bei Spielen wie Baccarat an Zulauf gewinnen, während der regulierte Markt mit den Vorgaben des Vertrags konfrontiert bleibt, die im Zuge der Evaluierung potenziell modifiziert werden könnten.
Potenzielle Anpassungen im Fokus
Diskutiert werden Veränderungen bei den Einsatzgrenzen, die derzeit enge Spielräume vorgeben, sowie bei den Einzahlungslimits und der Besteuerung, wobei die Beteiligten prüfen, wie solche Schritte die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und gleichzeitig die Schutzstandards aufrechterhalten lassen.
Die GGL und die Länder sammeln bis Ende 2026 weitere Erkenntnisse, um fundierte Empfehlungen vorzulegen, die auf den vorliegenden Marktdaten aufbauen und die Offshore-Verlagerung eindämmen sollen.
Schlussfolgerung
Die formelle Evaluierung des GlüStV 2021 zeigt, wie eng die regulatorischen Rahmenbedingungen mit der Marktdynamik verknüpft sind, und die Beteiligten arbeiten daran, bis zum Stichtag Ende 2026 tragfähige Optionen zu entwickeln, die auf den ermittelten Daten zur Kanalisierung und den spezifischen Herausforderungen bei Online-Casino-Spielen basieren.